
Grundschulneubau gestoppt – eine verpasste Chance für Vechelde
In der Gemeinderatssitzung am 11. Dezember 2025 kam es zu einer weitreichenden Entscheidung: Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und mit den Stimmen von SPD und Grünen wurde der geplante Neubau einer zusätzlichen Grundschule in Vechelde-West aus dem Haushalt 2026 gestrichen. Die im Entwurf vorgesehenen 500.000 Euro für Planungskosten und die Verpflichtungsermächtigung von rund 31 Millionen Euro für die kommenden Jahre wurden ersatzlos gestrichen. Stattdessen werden nun Erweiterungen an bestehenden Schulstandorten aufgenommen.
Einen ausführlichen Bericht zur Gemeinderatssitzung finden Sie bei VECHELDE HOCHVIER.
Ein Projekt mit enormer Tragweite – und ungeklärten Fragen
Der geplante Grundschulneubau war mit Abstand der größte und wichtigste Punkt in der Haushaltsberatung. Dieses Projekt geht weit über eine einzelne Investition hinaus: Es betrifft die Bildungsinfrastruktur unserer Gemeinde und wirkt über mehrere Generationen. Gerade deshalb stört es mich zutiefst, wie hier Politik gemacht wurde.
Kritik ist wichtig – aber Transparenz und Beteiligung sind unerlässlich
Natürlich ist es richtig, Projekte kritisch zu hinterfragen, insbesondere wenn es um hohe finanzielle Belastungen geht. Die Bedenken zur Schulentwicklungsplanung, zur Verkehrsanbindung des Standorts und zur langfristigen Haushaltslage hätten eine sachliche, fundierte Debatte verdient gehabt.
Doch was in der Ratssitzung passiert ist, geht an jeder Form eines verantwortungsvollen politischen Prozesses vorbei:
Der Antrag auf Streichung der Planungskosten und der Verpflichtungsermächtigung wurde überraschend und ohne vorherige Befassung des zuständigen Fachausschusses in die Sitzung eingebracht. Der Fachausschuss, der das Projekt in den vergangenen Jahren begleitet und mehrheitlich unterstützt hat, bringt neben politischen Mandatsträgern Schulleiter, Elternvertreter und Sachkundige zusammen – gerade diese Menschen hätten gehört werden müssen.
Das Vorgehen ohne Ausschussbeteiligung bedeutet, dass fachlich fundierte Perspektiven im Entscheidungsprozess fehlten. Gerade diejenigen, die tagtäglich mit unseren Grundschulen zu tun haben – die Schulleiter und Elternvertreter – wurden in dieser entscheidenden Phase nicht ausreichend eingebunden.
Mit dem spontanen Antrag wurde nicht nur ein wichtiges Projekt gestoppt, sondern gleichzeitig ein politisches Signal gesetzt, das ich für falsch und kontraproduktiv halte:
Anstatt den Dialog zu suchen, wurde eine handstreichartige Entscheidung getroffen – ohne echte Transparenz, ohne Beteiligung der Betroffenen und ohne einen nachweislich besseren Alternativplan.
Dass SPD und Grüne diesen Antrag in dieser Form unterstützten, zeigt aus meiner Sicht, dass nicht der sachliche Diskurs im Mittelpunkt stand, sondern politisches Kalkül.
Unsere kleinsten Mitbürger und ihre Familien haben ein Recht darauf, dass ihre Zukunft nicht überhastet oder taktisch entschieden wird, sondern sorgfältig, transparent und mit Weitblick.
Schluss mit politischen Spielchen
Ich kritisiere nicht die kritische Auseinandersetzung mit dem Projekt – sondern die Art und Weise, wie diese Auseinandersetzung geführt wurde:
- Die Entscheidung wurde ohne Debatte im Fachausschuss getroffen.
- Die Menschen, die täglich in den Grundschulen arbeiten, wurden nicht eingebunden.
- Eine Entscheidung von solch strategischer Bedeutung wurde überraschend und kurzfristig herbeigeführt.
Das ist keine verantwortungsvolle, sondern eine politische Abkürzung.
Mein Anspruch an Vecheldes Zukunft
Ich setze mich weiterhin dafür ein, dass solche Entscheidungen in Vechelde offen, transparent und unter Beteiligung aller relevanten Akteure getroffen werden. Unsere Gemeinde verdient Entscheidungen, die in ganzer Breite getragen und fachlich fundiert sind – insbesondere wenn sie Generationen prägen.
Ich werde diesen Kurs konsequent vertreten – im Gemeinderat, im Dialog mit Eltern, Lehrkräften und Bürgern – und dafür sorgen, dass politische Verantwortung nicht hinter taktischem Vorgehen verschwindet.

